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Standseilbahn nach Schenna: Meraner Freiheitliche äußern Bedenken

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Standseilbahn nach Schenna: Meraner Freiheitliche äußern Bedenken

Die Meraner Freiheitlichen stehen der geplanten Standseilbahn nach Abwägung der absehbaren Kosten und des voraussichtlichen Nutzens betont kritisch gegenüber. „Das hundert Millionen Euro teure Prestigeprojekt hat zwar gute Chancen eine Touristenattraktion zu werden, der Mehrwert für die einheimische Bevölkerung hingegen ist mehr als fraglich“, so die Freiheitlichen in einer Aussendung.

„Die veranschlagten Realisierungskosten von 110 Millionen werden erfahrungsgemäß noch deutlich steigen. Für die Betriebs- und Instandhaltungskosten gibt es noch keine transparente Kalkulation, wobei damit zu rechnen ist, dass die Bahn sich finanziell nicht selbst tragen und damit die öffentlichen Kassen belasten wird“, so die Freiheitlichen.

„Hinzu kommt der für uns nicht ausreichend ersichtliche Mehrwert in puncto Verkehrsreduzierung. Laut den Daten des PUMS-Plans entfallen im Schnitt täglich rund 2.800 Autofahrten von Schenna nach Meran – im Winter sind es gar nur 600 – was im Vergleich zu den Nachbargemeinden der niedrigste Wert ist. Damit die Bahn von den einheimischen Pendlern genutzt wird, müsste die Talstation in das Mobilitätszentrum am Hauptbahnhof integriert werden, um ein sonst notwendiges zusätzliches Umsteigen auf den Bus zu vermeiden“, so die Meraner Freiheitlichen.

„Die sich bereits im Bau befindlichen Großprojekte des Küchelbergtunnels und der Kavernengarage versprechen eine deutliche Verkehrsentlastung. Es wäre angebracht, deren Fertigstellung abzuwarten und anschließend eine erneute Bewertung hinsichtlich der Notwendigkeit von zusätzlicher Infrastruktur vorzunehmen“, so die Freiheitlichen.

„Wir sehen im Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs und in der Nutzung bestehender Infrastrukturen jede Menge Potential, das ausgeschöpft werden muss. In erster Linie muss die Attraktivität der öffentlichen Verkehrsmittel durch günstigere Tarife für Einheimische gesteigert werden. Wer fleißig mit den Öffis fährt, sollte dauerhaft in den Genuss der niedrigsten Bezahlstufe kommen und nicht einmal jährlich wieder mit der höchsten Stufe beginnen müssen. Auch die bereits 2016 einstimmig vom Gemeinderat beschlossene Einrichtung von Citybussen, welche das gesamte Stadtgebiet abdecken und Anschlüsse in die Nachbargemeinden ermöglichen, muss endlich verwirklicht werden“, so die Meraner Freiheitlichen.

Burggrafenamt, Meran, Mobilität, öffentlicher Nahverkehr, Schenna
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