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Note 3 für Bildungslandesrat Achammer | FREIGEIST

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Note 3 für Bildungslandesrat Achammer

von Philipp Kleon, F-Ortssprecher in Lana und Oberschullehrer

Ob es echte Überzeugung ist oder das Buhlen um Stimmen von Schülern und Eltern vor der Landtagswahl sei dahingestellt. So oder so fördert Philipp Achammer, seit er Bildungslandesrat ist, eine Entwicklung an Südtirols Schulwelt, die ohnehin schon besteht: eine Nivellierung nach unten.

Nachdem er sich in den vergangenen Jahren zum Glück erfolglos darum bemüht hat, das bewährte Ziffernnotensystem durch nichtssagende „kompetenzorientierte Bewertungen“ zu ersetzen, lauten seine neuesten glorreichen Ideen: Keine Noten unter 4 und Abschaffung des traditionellen Sitzenbleibens. Letzteres möchte der Bildungslandesrat, der selbst nie unterrichtet hat, durch ein System ersetzen, in dem Schüler nur die Bereiche, in denen sie negativ sind, wiederholen müssen und nicht das ganze Schuljahr. Dabei findet eine Nichtversetzung von Schülern an Südtirols Schulen ohnehin kaum mehr statt. Die Durchfallquote in Grund- und Mittelschulen betrug laut ASTAT im Schuljahr 2020/21 ganze 0,2%. In den Oberschulen waren es 1,1%.

Diese Zahlen zeigen klar: Eine Nichtversetzung von Schülern ist in der heutigen Schulwelt ohnehin schon schwierig und selten genug. Sollte Achammer mit seinem Vorhaben beim italienischen Bildungsminister tatsächlich Gehör finden, verstärkt sich dieser Trend noch weiter hin zu einer Schule, in der es egal ist, ob man lernt, mitarbeitet, Hausaufgaben macht und sich höflich benimmt, denn durchkommen tut letzten Endes eh jeder.

Ja, es gibt viele Schüler, die keinen Notendruck brauchen, weil sie auch ohne diesen fleißig, interessiert und zielstrebig sind. Es gibt aber eben auch Schüler, die dies nicht sind. Und geraden diesen Schülern macht Achammer langfristig keinen Gefallen. Denn Schulen ohne Leistungsprinzip sind Elfenbeintürme inmitten einer Leistungsgesellschaft.

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