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Schlesische Montessori-Schule bei L. Abg. Ulli Mair

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Schlesische Montessori-Schule bei L. Abg. Ulli Mair

Bozen – Landtagsabgeordnete Ulli Mair hat heute Frau Dr. Margarethe Wysdak und Frau Barbara Loch vom Verein „Pro Liberis Silesiae“ empfangen, der in Oberschlesien zweisprachige drei Montessori-Schulen samt Kindergärten betreibt.

Der Verein „Pro Liberis Silesiae“ ist ein anerkannter Kulturverein der deutschen Minderheit in Polen. Während des Kommunismus wurde der deutschen Minderheit, die die Vertreibung nach 1945 überdauerte, jegliche kulturelle und sprachliche Existenz abgesprochen und dementsprechend jegliche Vereinstätigkeit verwehrt. Nach der Wende konnte sich hingegen eine rege kulturelle Tätigkeit entwickeln, die zu einem Aufschwung und zur Gründung vieler deutscher Kulturvereine in den ehemaligen deutschen Siedlungsgebieten, allen voran Schlesien, führte. Diese Aufbruchszeit, die einherging mit einer Entspannung des jahrzehntelang belasteten deutsch-polnischen Verhältnisses, ist nunmehr in Gefahr. Unter der neuen polnischen Rechtsregierung weht ein anderer Wind: die deutsche Minderheit wird gegängelt, es werden Förderungen und Deutschstunden gestrichen, in den Regierungsmedien, die den Großteil des Medienmarktes abdecken, herrscht eine aggressiv-antideutsche Stimmung.  Angeheizt wird dies noch durch die Forderungen der polnischen Rechtsregierung nach Kriegsreparationen an die Bundesrepublik Deutschland, die diese postwendend zurückwies. Als Sündenböcke dafür muss die deutsche Minderheit in Polen herhalten. Frau Dr. Wysdal und Frau Loch schilderten die sehr schwierige Situation sehr eindringlich.

Ulli Mair: „Die aktuelle Situation der deutschen Minderheit in Schlesien ist wirklich dramatisch, viel schlimmer, als man es erwartet hätte. Es stimmt mich einfach nur traurig, wenn man hört, welche Ressentiments von der derzeitigen polnischen Regierung gegen die deutsche Sprache und Kultur in jüngster Zeit geschürt werden, um innenpolitisches Kleingeld zu wechseln. Der Verein „Pro Liberis Silesiae“, der mit so großem Engagement und Herzblut Schulen und Kindergärten betreibt, in denen Deutsch zumindest parallel zu Polnisch unterrichtet wird, kämpft hier auf verlorenem Posten. Wie soll die Vermittlung von deutscher Sprache und Kultur erfolgreich stattfinden, wenn diese tagtäglich als „Sprache und Kultur des Feindes“ in den regierungsnahen Medien gebrandmarkt wird? Wir Südtiroler können nur froh sein, dass unsere Großväter und Väter in hartem Ringen mit Rom uns unsere sprachlich-kulturellen Rechte gesichert haben. Andere Minderheiten, wie die Schlesier, würden sich wünschen, sie hätten unseren Schutzstandard. Es muss uns Südtirolern aber auch eine Verpflichtung sein, anderen Minderheiten zu helfen, wo wir können. Für uns Freiheitliche ist es eine selbstverständliche Verpflichtung, den Anliegen des Vereins „Pro Liberis Silesiae“ im Landtag Gehör zu verschaffen. Wir sind uns zudem sicher, dass dieses Anliegen eine parteiübergreifende Solidarität erfahren wird. Das Bekenntnis, aber auch die tätige Hilfe, für Minderheiten, die in Not sind, muss für den gesamten Landtag ein Anliegen sein.“

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