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Fotovoltaik und Denkmalschutz: Totalverbot fällt – jetzt kommt die Einzelprüfung

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Fotovoltaik und Denkmalschutz: Totalverbot fällt – jetzt kommt die Einzelprüfung

Rund 5.000 Südtiroler Hausbesitzern war es bisher verboten jegliche Art von Solar- und Fotovoltaikanlagen auf den Dächern ihrer denkmalgeschützten Gebäude anzubringen. Nun dürfen sie sich freuen: Das Totalverbot weicht einer Einzelfallprüfung. Die Initiative dazu haben die Freiheitlichen im Landtag gestartet und im Rahmen der jüngsten Haushaltsänderung durchgebracht.

„Ich bin erleichtert, dass sich in unserem Land Heimatschutz und Umweltschutz nicht länger ausschließen. Wenn jetzt nach entsprechender Prüfung auch auf denkmalgeschützten Gebäuden erneuerbar Energie produziert werden darf, dann wird vielen Hausbesitzern endlich die Möglichkeit gegeben sich energetisch selbst zu versorgen, die Umwelt zu schonen und Geld zu sparen“, so F-Fraktionssprecher Andreas Leiter Reber.

Dank neuer Technologien und Materialien deren Farbe und Struktur optimal auf das jeweilige Gebäude und Ortsbild abgestimmt werden können, wird das Landesdenkmalamt die Hausbesitzer beraten und die einzelnen Projekte begutachten und frei geben. Wird die Anlage am Dach dennoch nicht genehmigt, erhalten die Eigentümer die Möglichkeit sie auf einer Ersatzfläche errichten zu dürfen. Die technischen und gesetzgeberischen Details will die Landesregierung noch im Oktober definieren und das entsprechende Dekret veröffentlichen.

„Es geht uns nicht darum, auf jedes denkmalgeschützte Dach eine Fotovoltaikanlage zu knallen, sondern bei Privathäusern nach vernünftigen und schonenden Lösungen zu suchen. Oft sind die Dachflächen historischer Gebäude gar nicht einsehbar und in anderen Fällen wird durch die richtige Beratung der Gesamteindruck eines Ensembles nicht beeinträchtigt, auf diesen Flächen fällt jetzt vernünftigerweise das Verbot“, freut sich Andreas Leiter Reber.

„Wenn der Denkmalschutz auch von den Besitzern unter Schutz gestellter Gebäude positiver und als Mehrwert wahrgenommen werden soll, dann müssen wir als Gesetzgeber verhindern, dass der Denkmalschutz als „Bestrafung“ empfunden wird. Deswegen ist es auch wichtig, dass betroffenen Bürgern als Ersatz für die genommene Möglichkeit der nachhaltigen und günstigen Energieversorgung, die Möglichkeit gegeben wird eine Ersatzfläche auf bestehenden Nebengebäuden, Begrenzungsmauern oder Gartenflächen zu nutzen“, so der F-Abgeordnete.

Noch im April hat Landesrätin Maria Hochgruber Kuenzer den freiheitlichen Vorschlag vehement abgelehnt. Der plötzliche Sinneswandel dürfte auch durch die hohen Energiepreise beschleunigt worden sein. Für Andreas Leiter Reber mache dieser Vorgang einmal mehr deutlich „wie sehr es uns Freiheitliche als Ideengeber und Treiber braucht, damit diese Landesregierung in die Gänge kommt und vernünftige Lösungen gefunden werden“.

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