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Schützen legen autonomiepolitische Schwäche offen!

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Für den freiheitlichen Abgeordneten Andreas Leiter Reber hätten die Schützen mit ihrer heutigen Ortstafeln-Aktion nicht nur den Finger in eine offene Wunde gelegt, sondern indirekt die großen Unzulänglichkeiten unserer Autonomie offengelegt.

„Vielleicht mögen Herr und Frau Südtiroler übers Feiertagswochenende andere Prioritäten haben, als die Ortsnamenfrage, doch die Schützenkompanien haben mit ihrer heutigen Aktion den Finger in eine autonomiepolitische Wunde gelegt, denn noch immer beruht die Ortsnamengebung in Südtirol auf den faschistischen Dekreten des Jahres 1922 und großteils auf den Namenserfindungen Ettore Tolomeis“, so Leiter Reber.

Der ständige Lobgesang einiger Volksparteivertreter auf die „Vorzeigeautonomie“ Südtirols, übertönt hierzulande und leider auch im Ausland, dass unserer Autonomie die Zuständigkeiten in ganz grundlegenden Bereichen fehlen. Mit Verwunderung würden viele Menschen reagieren, wenn sie wüssten, dass Südtirol nicht autonom über seine Ortsnamen entscheiden kann: „Eine Vorzeigeautonomie im Herzen Europas, in der weder das Land, geschweige denn die Gemeinden selbst ihre Ortsnamen regeln dürfen? Ein beispielhafter Minderheitenschutz, der gewachsene Ortsnamen nur inoffiziell duldet? Ein funktionierendes Zusammenleben, das Zweisprachigkeit mit kapillarer Zweinamigkeit gleichsetzt Eine Volksgruppe, die mit ihren politischen Vertretern den Anschein erweckt, sich immer noch nicht vom faschistischen Ballast emanzipieren zu können und auch nicht willens erscheint Kompromisse suchen zu wollen?“.

In Aosta seien bereits 1946 die erfunden Kolonialnamen geschliffen worden und während mit wissenschaftlicher Unterstützung auch weltweit immer öfter auf die historisch gewachsenen Orts- und Flurnamen zurückgegangen werde, komme Südtirol trotz jahrzehntelanger Diskussion um die Ortsnamen keinen Schritt weiter. „Amtlich sind nach wie vor nur die italienischen Exonyme und faschistischen Erfindungen, die – gemäß ihres kolonialen Ursprungs – unser mehrheitlich deutsch- und ladinisch geprägtes Land uritalienisch erscheinen lassen sollen“, betont Leiter Reber.

„Mir ist bewusst, dass die Ortsnamendebatte innerhalb der drei Volksgruppen nicht emotionslos geführt wird und oft von Verlustängsten begleitet ist. Wir Südtiroler dürfen uns einer ehrlichen und wissenschaftlich begleiteten Auseinandersetzung mit der Ortsnamenfrage nicht länger entziehen. Ein verbales Abrüsten einiger politischer Exponenten wäre bereits ein mehr als hilfreicher Schritt für eine gemeinsame und akzeptable Lösung. Bis dahin können wir alle unseren Beitrag leisten, indem wir in allen Sprachen bewusst die historischen Ortsnamen verwenden“, so der freiheitliche Obmann Leiter Reber abschließend.

 

 

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